Gedichte, Teil vier
Ausgewählte Gedichte, 1991-1997
Das Tischtennis
In der Jugend
wünschte er sich
ein Haus
mit einem Zimmer
um darin Tischtennis zu spielen
später wünschte er sich eine Welt,
die ein Zuhause für alle wäre
nun wünscht er sich ein Haus
aber ohne ein Zimmer
für Tischtennis.
Meine Reise
Meine Reise begann ich mit
einem Traum
er zeigte mir einen Stern
ich verfolgte den Stern
er zeigte mir eine Frau
ich verfolgte die Frau
sie zeigte mir eine Taube
ich verfolgte die Taube
sie zeigte mir einen Baum
ich verfolgte den Baum
er zeigte mir einen Stern
ich verfolgte den Stern
er zeigte mir einen Traum
ich verfolgte den Traum
er zeigte mir eine Reise.
Ein Haus
Ich baute ein Haus
aus Stein
der wind hat es zerstört
ich baute ein Haus
aus Stahl
der Wind hat es wieder zerstört
ich baue ein Haus
aus Träumen
es soll dem Sturm standhalten.
In der Morgendämmerung
In der Morgendämmerung ging die Liebe
in meinem Herzen auf
ich sagte zu ihr
ich liebe dich
sie sagte zärtlich
nein
als die Sonne am höchsten Stand,
sagte ich wieder zu ihr
ich liebe dich
sie sagte zurückhaltend
nein
in der Abenddämmerung
sagte ich nochmals zu ihr
ich liebe dich
sie sagte zornig
nein
in der Nacht verliebte ich mich in den Mond
er begleitete mich
bis zur nächsten Morgendämmerung.
Trümmer
Ich dachte meine Trümmer
sind nicht so beachtenswert
ich baute aus ihnen eine Gestalt
ich merkte,
ich sei schöner
als ich dachte.
Dunkle Wolken
In meinem Haus wohnt
ein Fremder
denke ich an eine schöne Erinnerung,
lenkt er mich ab
richte ich den Blick
aus dem Fenster
auf Passanten,
lenkt er mich ab
ich verlasse das Haus,
um mich in die Sonne zu legen,
er verwandelt sich
in dunkle Wolken am Himmel.
Hoffnung
Sie sitzt auf dem Zweig
eines Baumes
ich gehe zu ihr
sie setzt sich auf einen anderen Zweig
ich gehe zu dem anderen Zweig
sie setzt sich auf einen anderen Baum
ich gehe zu dem anderen Baum
sie flieht in weite Ferne
ich verzichte auf sie
aus der Ferne
ruft sie mich zu sich.
Der Wasserfall
Dem Fluss bricht
der Rücken
wir bewundern
den Wasserfall.
Der Irrweg
Es lag ein Irrweg vor mir
und ich hatte keine andere Wahl,
außer ihn zu betreten
in der tat wählte ich ihn
im Traum
ging ich einen anderen Weg
die Wege kreuzten sich
später.
Leichter
Leicht erobert
meinen Traum
schwer verlässt
meine Seele
und ich nenne sie
Liebe
So ist es
leichter.
In der Fremde
Wir saßen in der bahn uns gegenüber
ich freute mich,
dass sie eine Iranerin war
sie freute sich,
dass ich ein Iraner war
und wir sprachen uns nicht an.
Meine Vergangenheit
Meine Vergangenheit war mir
unerträglich
ich nahm mir vor,
sie allmählich zu verändern,
damit sie erträglicher werde
ich stellte fest,
dass auch sie mich allmählich verändert
auch ich war ihr unerträglich.
Liebesgedicht
Ich mag dich und Nudeln und die Sonne
dich, weil ich gerne mit dir Nudeln esse
Nudeln, weil ich ohne dich gerne Nudeln esse
die Sonne, weil ich in die Sonne
an dich und Nudeln nicht denke.
Der Zug
Den ersten Zug habe ich verpasst
den zweiten Zug habe ich verpasst
den dritten Zug habe ich verpasst
den vierten Zug habe ich verpasst
den fünften Zug habe ich verpasst
den sechsten Zug habe ich verpasst
ich hatte es satt
ich nahm einen Zug in die andere Richtung
und kam zum Ziel.
Flaum
Der Schwan schlug mit Flügeln
ein Flaum fiel herunter
der Wind nahm ihn mit sich.
Danach
Er setzte sich an die Wand
und streckte seine Beine aus
so spürte er weniger die Schmerzen
die Tür schloss sich hinter ihm
vor vierundzwanzig Stunden war er noch Frei
sein Mund und die Lippen waren ausgetrocknet
er wünschte sich eine kalte Cola.
Das Spiegelbild
Ich malte ein Zimmer
auf die Leinwand
dazu malte ich einen Stuhl
und eine Frau, die auf dem Stuhl saß
und sich in einem Spiegel betrachtete
sie stand auf und ging weg
ich schminkte ihr Spiegelbild.
Samstag, 1. Januar 2011
Samstag, 18. September 2010
Aktuell, Teil sechs
Aktuell, Teil sechs
Unser Leben ist ein Schauspiel
Der Gott ist eine irrationale Instanz. Er ist magisch und poetisch. Ich bin nicht die letzte Instanz. Lassen wir zu, dass der Gott unser Leben mitbestimmt.
Auch unsere Dämonen sind irrationale Instanzen. Auch sie sind magisch und poetisch. Und auch sie bestimmen unser Leben mit, ob wir wollen oder nicht wollen.
Unser Leben ist ein Schauspiel. Wir sind nicht der einzige Spieler dieses Schauspiels. Spielen wir unsere Rolle gut, damit dieses Schauspiel ein gelungenes Schauspiel sei.
Erst jetzt
Sozialismus war im 19.en und 20.en Jahrhundert eine Hoffnung auf eine bessere Welt für viele Menschen. Diese Hoffnung erwies sich als eine Utopie. Und Sozialismus entlarvte sich als dogmatische Lehren. Utopien setzen unsere Energien frei und Dogmen helfen uns, unsere Ängste und Zweifeln zu besiegen. Aber sie hindern uns daran, uns zu entfalten. Wir verlieren unsere innere Dynamik. Sozialismus konnte seine ursprünglichen Ansprüchen nicht wahren: Die Befreiung der Individuen, Progressivität und Humanismus.
Ich bin Mitte des 20.en Jahrhunderts geboren. In meiner Jugend fand ich eine Erlösung in Sozialismus und engagierte mich für ihn. Auch ich bin mit meinen Ansprüchen in Schwierigkeit geraten: An meiner Utopie und meinen Dogmen zu halten, und zugleich meine Individualität, meine Progressivität und meinen Humanismus zu wahren. Ich entscheide mich für meine Individualität, meine Progressivität und meinen Humanismus.
Erst jetzt, nachdem ich mich von meiner Utopie und meinen Dogmen verabschiedet habe, spüre ich eine Leidenschaft in mir, mich für eine bessere Wirklichkeit zu engagieren. Eine bessere Wirklichkeit, als ein sozialer Raum für Individualität, Progressivität und Humanismus. Meine Ängste und zweifeln hindern mich nicht daran. Ich stehe an der Seite meiner Hoffnungen und meinen Ansichten.
Zwei Instanzen
Gott und Satan sind zwei Instanzen in mir. Ich betrachte sie nicht als verfeindet. Sie konkurrieren miteinander und ergänzen sich. Einer gewährt die Kontinuität in meinem Leben. Der andere erneuert mein Leben.
Ich leide nicht an Gott und Satan. Ich leide an strengen und faulen Göttern und an strengen und faulen Satanen. In mir und in meiner Umwelt.
Ich soll mich vor ihnen in Acht nehmen.
Gott ist relativ
Gott ist relativ. Auch Satan ist relativ. Ich stehe an der Seite des Lebens. Mal komme ich mit mehr Gott zurecht, mal mit weniger Gott. Mal komme ich mit mehr Satan zurecht, mal mit weniger Satan.
In meiner Republik ist Liebe der Präsident. Sie ist mit Gott und Satan und mit dem Leben und mit dir und mit mir befreundet. Ich orientiere mich an ihr. Im Wirrwarr der Welt.
Zwei Prinzipien
Grenzen und Abweichungen
Gott und Eigensinn
Satan und Bedenken
Liebe und das Nein
Hass und das Ja
die hellen Seiten und die dunklen Seiten
das Beständige und das sich Verändernde
sie leben in Einklang und Streit miteinander
die Dynamik des Daseins
und was ist das zweite Prinzip von mir, dass ich diesen Text schreibe?
mein genetischer Zwillinge
er ist mit diesem Text einverstanden.
Und was habe ich gemacht?
Meine Liebe zum Menschen verdanke ich Karl Marx
meine Tendenz zum Anarchismus verdanke ich Bakunin
mein Mut zum Rebellion verdanke ich Che Guevara
und den Rest?
alles was ich habe, verdanke ich einem anderen Menschen
und was habe ich gemacht?
Ich habe wieder und wieder eine Wahl getroffen.
Meine Waffe
Ich habe eine Waffe
Lust
sie zaubert
gegen Langeweile
gegen Schmerz
gegen Verzweiflung
gegen Unrecht
mal hat sie eine blaue Farbe
mal hat sie eine orange Farbe
mal hat sie eine rote Farbe
ich war damit ausgestattet, als ich geboren wurde
meine Mutter solle eine gute Laune gehabt haben, als sie mich in sich trug
würde ich meine Waffe verlieren, kann der Tod kommen
nein, Quatsch!
würde der Ton in einer richtigen Gelegenheit kommen,
würde ich Lust auf ihn haben
Lust zaubert
hast du Lust auf eine Tasse Kaffee?
Ein interessanter Mensch
Ich kenne einen interessanten Menschen. Er kennt mich besser, als ich mich kenne. Er kennt dich besser, als ich dich kenne. Er kennt die Welt besser, als ich sie kenne.
Er ist ein guter Konkurrent. Er konkurriert mit mir uns zugleich solidarisiert sich mit mir. Er ist ein guter Begleiter. Er deckt meine Schwächen und zugleich fordert meine Freiheit.
Er überlistet mich, besser als du mich überlisten könntest. Mein zweites Ich ist ein interessanter Mensch. Um mit ihm halten zu können, soll ich lieben. Das interessanteste Abenteuer, das ich kenne, ist lieben. Mein zweites ich ist meine Liebe zu mir selbst und zu den anderen. Längs meines Lebens.
Unser Leben ist ein Schauspiel
Der Gott ist eine irrationale Instanz. Er ist magisch und poetisch. Ich bin nicht die letzte Instanz. Lassen wir zu, dass der Gott unser Leben mitbestimmt.
Auch unsere Dämonen sind irrationale Instanzen. Auch sie sind magisch und poetisch. Und auch sie bestimmen unser Leben mit, ob wir wollen oder nicht wollen.
Unser Leben ist ein Schauspiel. Wir sind nicht der einzige Spieler dieses Schauspiels. Spielen wir unsere Rolle gut, damit dieses Schauspiel ein gelungenes Schauspiel sei.
Erst jetzt
Sozialismus war im 19.en und 20.en Jahrhundert eine Hoffnung auf eine bessere Welt für viele Menschen. Diese Hoffnung erwies sich als eine Utopie. Und Sozialismus entlarvte sich als dogmatische Lehren. Utopien setzen unsere Energien frei und Dogmen helfen uns, unsere Ängste und Zweifeln zu besiegen. Aber sie hindern uns daran, uns zu entfalten. Wir verlieren unsere innere Dynamik. Sozialismus konnte seine ursprünglichen Ansprüchen nicht wahren: Die Befreiung der Individuen, Progressivität und Humanismus.
Ich bin Mitte des 20.en Jahrhunderts geboren. In meiner Jugend fand ich eine Erlösung in Sozialismus und engagierte mich für ihn. Auch ich bin mit meinen Ansprüchen in Schwierigkeit geraten: An meiner Utopie und meinen Dogmen zu halten, und zugleich meine Individualität, meine Progressivität und meinen Humanismus zu wahren. Ich entscheide mich für meine Individualität, meine Progressivität und meinen Humanismus.
Erst jetzt, nachdem ich mich von meiner Utopie und meinen Dogmen verabschiedet habe, spüre ich eine Leidenschaft in mir, mich für eine bessere Wirklichkeit zu engagieren. Eine bessere Wirklichkeit, als ein sozialer Raum für Individualität, Progressivität und Humanismus. Meine Ängste und zweifeln hindern mich nicht daran. Ich stehe an der Seite meiner Hoffnungen und meinen Ansichten.
Zwei Instanzen
Gott und Satan sind zwei Instanzen in mir. Ich betrachte sie nicht als verfeindet. Sie konkurrieren miteinander und ergänzen sich. Einer gewährt die Kontinuität in meinem Leben. Der andere erneuert mein Leben.
Ich leide nicht an Gott und Satan. Ich leide an strengen und faulen Göttern und an strengen und faulen Satanen. In mir und in meiner Umwelt.
Ich soll mich vor ihnen in Acht nehmen.
Gott ist relativ
Gott ist relativ. Auch Satan ist relativ. Ich stehe an der Seite des Lebens. Mal komme ich mit mehr Gott zurecht, mal mit weniger Gott. Mal komme ich mit mehr Satan zurecht, mal mit weniger Satan.
In meiner Republik ist Liebe der Präsident. Sie ist mit Gott und Satan und mit dem Leben und mit dir und mit mir befreundet. Ich orientiere mich an ihr. Im Wirrwarr der Welt.
Zwei Prinzipien
Grenzen und Abweichungen
Gott und Eigensinn
Satan und Bedenken
Liebe und das Nein
Hass und das Ja
die hellen Seiten und die dunklen Seiten
das Beständige und das sich Verändernde
sie leben in Einklang und Streit miteinander
die Dynamik des Daseins
und was ist das zweite Prinzip von mir, dass ich diesen Text schreibe?
mein genetischer Zwillinge
er ist mit diesem Text einverstanden.
Und was habe ich gemacht?
Meine Liebe zum Menschen verdanke ich Karl Marx
meine Tendenz zum Anarchismus verdanke ich Bakunin
mein Mut zum Rebellion verdanke ich Che Guevara
und den Rest?
alles was ich habe, verdanke ich einem anderen Menschen
und was habe ich gemacht?
Ich habe wieder und wieder eine Wahl getroffen.
Meine Waffe
Ich habe eine Waffe
Lust
sie zaubert
gegen Langeweile
gegen Schmerz
gegen Verzweiflung
gegen Unrecht
mal hat sie eine blaue Farbe
mal hat sie eine orange Farbe
mal hat sie eine rote Farbe
ich war damit ausgestattet, als ich geboren wurde
meine Mutter solle eine gute Laune gehabt haben, als sie mich in sich trug
würde ich meine Waffe verlieren, kann der Tod kommen
nein, Quatsch!
würde der Ton in einer richtigen Gelegenheit kommen,
würde ich Lust auf ihn haben
Lust zaubert
hast du Lust auf eine Tasse Kaffee?
Ein interessanter Mensch
Ich kenne einen interessanten Menschen. Er kennt mich besser, als ich mich kenne. Er kennt dich besser, als ich dich kenne. Er kennt die Welt besser, als ich sie kenne.
Er ist ein guter Konkurrent. Er konkurriert mit mir uns zugleich solidarisiert sich mit mir. Er ist ein guter Begleiter. Er deckt meine Schwächen und zugleich fordert meine Freiheit.
Er überlistet mich, besser als du mich überlisten könntest. Mein zweites Ich ist ein interessanter Mensch. Um mit ihm halten zu können, soll ich lieben. Das interessanteste Abenteuer, das ich kenne, ist lieben. Mein zweites ich ist meine Liebe zu mir selbst und zu den anderen. Längs meines Lebens.
Samstag, 19. Juni 2010
Aktuell, Teil fünf
Aktuell, Teil fünf
Alles ist dein Spiel
Die Welt. Ich meine die Kugel Erde. Wie geht es dir? Ab und zu frage ich nach deinem Befinden. Ich lese Zeitungen ab und zu. Astronauten finden dich schön. Auch ich finde dich ab und zu schön. Ich stecke mitten drin. Aber ich betrachte dich ab und zu aus Distanz, oder ohne Distanz.
Du hast Meere, Du hast Flüsse. Du hast Berge. Du hast Pflanzen. Du hast Bäume. Du hast Insekten. Du hast Wurmen. Du hast Tiere. Du hast Fische. Du hast Vögel. Du hast Vieren. Und wie es in deinem Inneren vor sich geht. Ich kenne es. Auch ich habe Vulkane und bin mit Lavaströmen vertraut.
Du hast Regen. Du hast Schnee. Du hast Wind. Du hast Sturm. Du hast Wald. Du hast Jahreszeiten. Du hast Nacht. Du hast den Mond. Du hast Sonnenschein.
Du hast Menschen. Ich bin einer von ihnen. Ich stehe zu ihnen. Aber nicht zu allen. Du hast Systeme. Du hast Sinn. Ich stecke in ihnen. Mach mir nicht alles so kompliziert! Ich möchte unter anderem spielen. Spielst du auch? Ja. Alles ist dien Spiel. Ich spiele mit.
Heute
Heute war nicht mein tag
ich redete daneben
ich handelte daneben
ich dachte daneben
ich träumte daneben
ich hoffe, ich habe nicht daneben geschrieben.
Manche Momente
Es ist schon lange her
wenn es eine Straffe gewesen wäre,
wäre sie schon verjährt
doch ich vermisse dich
ab und zu
manche Momente sind so seriös,
dass sie eine Ewigkeit nachhallen.
Hoffnungen
Hoffnungen scheitern
und sie gebären neue Hoffnungen
ich scheitere mit
und fangen von neuem an
Gedanke scheitern
und gebären neue Gedanke
ich scheitere mit
und fange von neuem an
Träume scheitern
und gebären neue Träume
ich scheitere mit
und fange von neuem an.
Alles ist dein Spiel
Die Welt. Ich meine die Kugel Erde. Wie geht es dir? Ab und zu frage ich nach deinem Befinden. Ich lese Zeitungen ab und zu. Astronauten finden dich schön. Auch ich finde dich ab und zu schön. Ich stecke mitten drin. Aber ich betrachte dich ab und zu aus Distanz, oder ohne Distanz.
Du hast Meere, Du hast Flüsse. Du hast Berge. Du hast Pflanzen. Du hast Bäume. Du hast Insekten. Du hast Wurmen. Du hast Tiere. Du hast Fische. Du hast Vögel. Du hast Vieren. Und wie es in deinem Inneren vor sich geht. Ich kenne es. Auch ich habe Vulkane und bin mit Lavaströmen vertraut.
Du hast Regen. Du hast Schnee. Du hast Wind. Du hast Sturm. Du hast Wald. Du hast Jahreszeiten. Du hast Nacht. Du hast den Mond. Du hast Sonnenschein.
Du hast Menschen. Ich bin einer von ihnen. Ich stehe zu ihnen. Aber nicht zu allen. Du hast Systeme. Du hast Sinn. Ich stecke in ihnen. Mach mir nicht alles so kompliziert! Ich möchte unter anderem spielen. Spielst du auch? Ja. Alles ist dien Spiel. Ich spiele mit.
Heute
Heute war nicht mein tag
ich redete daneben
ich handelte daneben
ich dachte daneben
ich träumte daneben
ich hoffe, ich habe nicht daneben geschrieben.
Manche Momente
Es ist schon lange her
wenn es eine Straffe gewesen wäre,
wäre sie schon verjährt
doch ich vermisse dich
ab und zu
manche Momente sind so seriös,
dass sie eine Ewigkeit nachhallen.
Hoffnungen
Hoffnungen scheitern
und sie gebären neue Hoffnungen
ich scheitere mit
und fangen von neuem an
Gedanke scheitern
und gebären neue Gedanke
ich scheitere mit
und fange von neuem an
Träume scheitern
und gebären neue Träume
ich scheitere mit
und fange von neuem an.
Sonntag, 28. März 2010
Aktuell, Teil vier
Teil vier
Mit Bauch, Herz und Verstand
Worin besteht
die Normalität?
Begeisterung
Langeweile
Freude
Leiden
mal auf
mal ab
mal alles satt haben
und sich ein Schimpfwort erlauben
gegen sich selbst oder gegen die anderen
mal den Boden unter den Füßen verlieren
und sich in einen Schmetterling verwandeln
mit Bauch, Herz und Verstand etwas wollen
mit Bauch, Herz und verstand etwas nicht wollen
ist dies eben nicht das Paradies, aus dem wir vertrieben sind?
Über sie
Man spreche leise über sie
man habe Angst vor ihr
man beschimpfe sie
man habe Respekt vor ihr
man ignoriere sie
man benötige sie
man entwerte sie
man schätze sie
man verleugne sie
man verlasse sich auf sie
man nehme sie nicht ernst
man finde sie geheimnisvoll
man finde sie frugal
Realität.
Mehr oder weniger
Leicht
falle ich in ihm hinein
schwer
befreie ich mich von ihm
als ob mitten am Tage bräche die Nacht ein
dar schwarze Loch
trägst du auch ein schwarzes Loch in dir?
hab keine Angst vor ihm
jeder trägt
mehr oder weniger
ein schwarzes Loch in sich
das Nichtsein.
Mit Bauch, Herz und Verstand
Worin besteht
die Normalität?
Begeisterung
Langeweile
Freude
Leiden
mal auf
mal ab
mal alles satt haben
und sich ein Schimpfwort erlauben
gegen sich selbst oder gegen die anderen
mal den Boden unter den Füßen verlieren
und sich in einen Schmetterling verwandeln
mit Bauch, Herz und Verstand etwas wollen
mit Bauch, Herz und verstand etwas nicht wollen
ist dies eben nicht das Paradies, aus dem wir vertrieben sind?
Über sie
Man spreche leise über sie
man habe Angst vor ihr
man beschimpfe sie
man habe Respekt vor ihr
man ignoriere sie
man benötige sie
man entwerte sie
man schätze sie
man verleugne sie
man verlasse sich auf sie
man nehme sie nicht ernst
man finde sie geheimnisvoll
man finde sie frugal
Realität.
Mehr oder weniger
Leicht
falle ich in ihm hinein
schwer
befreie ich mich von ihm
als ob mitten am Tage bräche die Nacht ein
dar schwarze Loch
trägst du auch ein schwarzes Loch in dir?
hab keine Angst vor ihm
jeder trägt
mehr oder weniger
ein schwarzes Loch in sich
das Nichtsein.
Gedichte, Teil drei
Teil drei
Ausgewählte Gedichte vom Gedichtband "Es ist März", veröffentlicht im Jahre 2002.
Jene Frau
Sie erscheint
jedes Mal anders
in meinen Träumen
in jedem Gedicht
begegne ich
einer anderen Seite
von meinem Dasein.
In die Stadt
Eine zarte Mondsichel und
ein leuchtender Stern
es ist Nacht
ich gehe in die Stadt
selten ist hier der Himmel klar
ich nehme sie mit und
bringe sie meiner Freundin als Geschenk.
Steht nicht auf!
Das Kind dreht sich
bleibt stehen und
sagt
steht nicht auf!
das Zimmer dreht sich
die Mutter sagt
mein Kind
dir dreht sich das Zimmer.
Lieber
Einsamkeit
als nicht existieren
lieber das Verlangen
nach verstanden werden
eine mitteilbare Einsamkeit
hat eine Existenz.
Liebesgedicht
Wir ist gleich ich plus du plus unsere Gemeinsamkeit
ich minus du ist gleich ich minus wir
daraus ergibt sich
ich minus du ist gleich ich minus ich minus du minus unsere Gemeinsamkeit
daraus ergibt sich
ich ist gleich minus unsere Gemeinsamkeit
du fehlst mir!
Ein Gesicht
Ich kann es nicht ganz beschreiben
es ist mehr als ein Gesicht
ein Fahrgast ist mehr als ein Fahrgast
die Bahn ist mehr als die Bahn
die Stadt ist mehr als die Stadt
die Welt ist mehr als die Welt
ich kann sie nicht ganz beschreiben.
Die Begegnung
Der eine sitzt
der andere kommt ins Zimmer
der andere guckt aus dem Fenster und
sagt
was für ein Wetter!
der eine sagt nichts
der eine hustet
der andere guckt ihn an
der andere sagt
so!
der eine sagt nichts
der andere geht.
Na ja!
Die Realität
na ja!
der Tee schmeckt gut
ich trinke ihn
mit Zucker.
Ein guter Trick
Morgen geht es zu Ende
morgen geht es zu Ende
morgen geht es zu Ende
morgen geht es zu Ende
ein guter Trick!
morgen geht es zu Ende.
Der Einkauf
Kaffee
Kartoffeln
Apfel
Käse
Margarine
Hallo!
Hallo!
Danke!
Danke!
Tschüss!
Tschüss!
und
der Einkaufswagen
haben Sie eine Mark drin?
Ja!
In der Nacht
Eine alte Frau
steigt aus dem Bus aus
eine Rose
in der Hand.
Ausgewählte Gedichte vom Gedichtband "Es ist März", veröffentlicht im Jahre 2002.
Jene Frau
Sie erscheint
jedes Mal anders
in meinen Träumen
in jedem Gedicht
begegne ich
einer anderen Seite
von meinem Dasein.
In die Stadt
Eine zarte Mondsichel und
ein leuchtender Stern
es ist Nacht
ich gehe in die Stadt
selten ist hier der Himmel klar
ich nehme sie mit und
bringe sie meiner Freundin als Geschenk.
Steht nicht auf!
Das Kind dreht sich
bleibt stehen und
sagt
steht nicht auf!
das Zimmer dreht sich
die Mutter sagt
mein Kind
dir dreht sich das Zimmer.
Lieber
Einsamkeit
als nicht existieren
lieber das Verlangen
nach verstanden werden
eine mitteilbare Einsamkeit
hat eine Existenz.
Liebesgedicht
Wir ist gleich ich plus du plus unsere Gemeinsamkeit
ich minus du ist gleich ich minus wir
daraus ergibt sich
ich minus du ist gleich ich minus ich minus du minus unsere Gemeinsamkeit
daraus ergibt sich
ich ist gleich minus unsere Gemeinsamkeit
du fehlst mir!
Ein Gesicht
Ich kann es nicht ganz beschreiben
es ist mehr als ein Gesicht
ein Fahrgast ist mehr als ein Fahrgast
die Bahn ist mehr als die Bahn
die Stadt ist mehr als die Stadt
die Welt ist mehr als die Welt
ich kann sie nicht ganz beschreiben.
Die Begegnung
Der eine sitzt
der andere kommt ins Zimmer
der andere guckt aus dem Fenster und
sagt
was für ein Wetter!
der eine sagt nichts
der eine hustet
der andere guckt ihn an
der andere sagt
so!
der eine sagt nichts
der andere geht.
Na ja!
Die Realität
na ja!
der Tee schmeckt gut
ich trinke ihn
mit Zucker.
Ein guter Trick
Morgen geht es zu Ende
morgen geht es zu Ende
morgen geht es zu Ende
morgen geht es zu Ende
ein guter Trick!
morgen geht es zu Ende.
Der Einkauf
Kaffee
Kartoffeln
Apfel
Käse
Margarine
Hallo!
Hallo!
Danke!
Danke!
Tschüss!
Tschüss!
und
der Einkaufswagen
haben Sie eine Mark drin?
Ja!
In der Nacht
Eine alte Frau
steigt aus dem Bus aus
eine Rose
in der Hand.
Donnerstag, 14. Januar 2010
Texte, Teil zwei
Teil zwei
Mein altes Ich
Mein altes Ich vorbreitet mir Kummer. Es passt sich zu sehr der Realität an, oder es erklärt ihr den Krieg. Ich sage zu ihm, du mein liebes altes Ich, diese Strategie sei vielleicht in der Notsituation angebracht, aber ich befinde mich nicht schon in einer Notsituation. Und in Normalzustand ist diese Strategie irrational. Ich passe mich lieber nicht zu sehr der Realität an und erkläre ihr nicht den Krieg. Ich streite mit ihr und gehe auf Kompromisse mit ihr ein.
Ich möchte nicht verleugnen, dass ich Träger meiner Vergangenheit bin. Mein altes ich hat mir geholfen, die Notsituationen in meinem Leben zu meistern. Es ist mein Freund. Aber ich bin auch Träger meiner Gegenwart und meiner Zukunft. Also, ich grenze mich von meinem alten ich ab. Dass es mich weiterhin begleitet, ärgert mich nicht. Ich stelle ihm ein Zimmer in meiner Wohnung zur Verfügung. Ab und zu gehe ich zu ihm und rede mit ihm, oder es kommt zu mir und redet mit mir. Ich gehe mit ihm mit Ernst und Leichtigkeit um.
Ich bin auch Träger meines alten Ich.
Der Schneeball
Im Winter, bei Schneefall beobachte ich die Jugendlichen auf der Straße, wenn sie Schneeball spielen. Manchmal gerate ich zwischen ihnen. Sie treffen auch mich mit dem Schneeball. Falls in einem Jahr nicht genüg schneit, vermisse ich sie. Schneefällen begeistern auch mich. Mit ihnen erwacht die Sehsucht nach meiner Jugend in mir.
Beim Vorbeigehen an Vorgärten in unserer Straße nehme ich etwas Schnee und forme ich ihn zu einem Schneeball. Ich lasse ihn nach einer Weile fallen. Auf dem Boden, vor mir. Ich begnüge mich damit. Auch die Erinnerungen an meiner Jugend sind mir aus den Händen gefallen. Auf den Boden, hinter mir.
Ich gehöre zu Unten
Ich gehöre zu Unten. Ab und zu gehe ich ins Kino. Die Stuhlreihen im Kino erinnern mich an Hierarchien in dieser Gesellschaft, in der ich lebe. Mein Platz befindet sich unter den unteren Reihen.
Ich bin ein Mann. Es ist schön, ein Mann zu sein. Ich verliebe mich in einer Frau. Ich bin ein Bürger. Es ist vielseitig, ein Bürger zu sein. Ich lebe alle meine Seiten aus. Ich bin hier anderes. Es ist anspruchsvoll, anderes zu sein. Ich beobachte die Gesellschaft aus einer Außenposition. Ich bin ein Dichter. Es ist sinnvoll, ein Dichter zu sein. Ich teile den anderen meine Beobachtungen mit.
Mein altes Ich
Mein altes Ich vorbreitet mir Kummer. Es passt sich zu sehr der Realität an, oder es erklärt ihr den Krieg. Ich sage zu ihm, du mein liebes altes Ich, diese Strategie sei vielleicht in der Notsituation angebracht, aber ich befinde mich nicht schon in einer Notsituation. Und in Normalzustand ist diese Strategie irrational. Ich passe mich lieber nicht zu sehr der Realität an und erkläre ihr nicht den Krieg. Ich streite mit ihr und gehe auf Kompromisse mit ihr ein.
Ich möchte nicht verleugnen, dass ich Träger meiner Vergangenheit bin. Mein altes ich hat mir geholfen, die Notsituationen in meinem Leben zu meistern. Es ist mein Freund. Aber ich bin auch Träger meiner Gegenwart und meiner Zukunft. Also, ich grenze mich von meinem alten ich ab. Dass es mich weiterhin begleitet, ärgert mich nicht. Ich stelle ihm ein Zimmer in meiner Wohnung zur Verfügung. Ab und zu gehe ich zu ihm und rede mit ihm, oder es kommt zu mir und redet mit mir. Ich gehe mit ihm mit Ernst und Leichtigkeit um.
Ich bin auch Träger meines alten Ich.
Der Schneeball
Im Winter, bei Schneefall beobachte ich die Jugendlichen auf der Straße, wenn sie Schneeball spielen. Manchmal gerate ich zwischen ihnen. Sie treffen auch mich mit dem Schneeball. Falls in einem Jahr nicht genüg schneit, vermisse ich sie. Schneefällen begeistern auch mich. Mit ihnen erwacht die Sehsucht nach meiner Jugend in mir.
Beim Vorbeigehen an Vorgärten in unserer Straße nehme ich etwas Schnee und forme ich ihn zu einem Schneeball. Ich lasse ihn nach einer Weile fallen. Auf dem Boden, vor mir. Ich begnüge mich damit. Auch die Erinnerungen an meiner Jugend sind mir aus den Händen gefallen. Auf den Boden, hinter mir.
Ich gehöre zu Unten
Ich gehöre zu Unten. Ab und zu gehe ich ins Kino. Die Stuhlreihen im Kino erinnern mich an Hierarchien in dieser Gesellschaft, in der ich lebe. Mein Platz befindet sich unter den unteren Reihen.
Ich bin ein Mann. Es ist schön, ein Mann zu sein. Ich verliebe mich in einer Frau. Ich bin ein Bürger. Es ist vielseitig, ein Bürger zu sein. Ich lebe alle meine Seiten aus. Ich bin hier anderes. Es ist anspruchsvoll, anderes zu sein. Ich beobachte die Gesellschaft aus einer Außenposition. Ich bin ein Dichter. Es ist sinnvoll, ein Dichter zu sein. Ich teile den anderen meine Beobachtungen mit.
Aktuell, Teil drei
Teil drei
Und ich erobere sie wieder
Ich freue mich
das Haus zu verlassen
und in die Realität einzutreten
meine Realität ist meine Heimat
und ich freue mich
nach Hause zurückzukehren
da erwartet mich meine innere Realität
auch meine innere Realität ist meine Heimat
es ist nicht immer so
ich soll sie hin und wieder zurückerobern
und ich erobere sie zurück.
Und schließlich
Seitdem ich in einer Zeitschrift gelesen habe, dass die Satellitenbilder zeigen, dass die Erde mit ihren Tiefen und Höhen mehr wie eine Kartoffel aussehe als eine Kugel, fühle ich mich erleichtert.
Auch meine Seele sieht mehr wie eine Kartoffel aus. Mit ihren Tiefen und Höhen. Auch meine Erinnerungsknäuel sieht mehr wie eine Kartoffel aus. Mit ihren Tiefen und Höhen. Auch mein Lebenslauf sieht mehr wie eine Kartoffel aus. Mit seinen Tiefen und Höhen.
Und schließlich sieht meine Stimmung auch mehr wie eine Kartoffel aus. Mit ihren Tiefen und Höhen.
Leichtigkeit
Selbstkritik
und Leichtigkeit
Kritik
und Leichtigkeit
ein Problem
und Leichtigkeit
Schmerz
und Leichtigkeit
Freude
und Leichtigkeit
Erfolg
und Leichtigkeit
Misserfolg
und Leichtigkeit
weniger Platz
für Verzweiflung
und wenn schon,
dann
Verzweiflung
Und Leichtigkeit.
Und ich erobere sie wieder
Ich freue mich
das Haus zu verlassen
und in die Realität einzutreten
meine Realität ist meine Heimat
und ich freue mich
nach Hause zurückzukehren
da erwartet mich meine innere Realität
auch meine innere Realität ist meine Heimat
es ist nicht immer so
ich soll sie hin und wieder zurückerobern
und ich erobere sie zurück.
Und schließlich
Seitdem ich in einer Zeitschrift gelesen habe, dass die Satellitenbilder zeigen, dass die Erde mit ihren Tiefen und Höhen mehr wie eine Kartoffel aussehe als eine Kugel, fühle ich mich erleichtert.
Auch meine Seele sieht mehr wie eine Kartoffel aus. Mit ihren Tiefen und Höhen. Auch meine Erinnerungsknäuel sieht mehr wie eine Kartoffel aus. Mit ihren Tiefen und Höhen. Auch mein Lebenslauf sieht mehr wie eine Kartoffel aus. Mit seinen Tiefen und Höhen.
Und schließlich sieht meine Stimmung auch mehr wie eine Kartoffel aus. Mit ihren Tiefen und Höhen.
Leichtigkeit
Selbstkritik
und Leichtigkeit
Kritik
und Leichtigkeit
ein Problem
und Leichtigkeit
Schmerz
und Leichtigkeit
Freude
und Leichtigkeit
Erfolg
und Leichtigkeit
Misserfolg
und Leichtigkeit
weniger Platz
für Verzweiflung
und wenn schon,
dann
Verzweiflung
Und Leichtigkeit.
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